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Die »Wunder« am Toten Meer und in der nächtlichen Wüste Negev


»Die Leute, die hierherkommen, sind am ersten Tag noch hektisch und voller Streß. Aber dann kommt eine Ruhe über sie, die sie sich selbst nicht erklären können«, sagt Ronni. »Das Geheimnis: Die Luft hier am Toten Meer ist mit Brom angereichert, da kommt kein Streß mehr durch, und auch alte Ängste verschwinden.«

Das ist auch gut so. Denn wer mit Ronni in der Nacht hinausfährt in die stille absolute Dunkelheit der Negev-Wüste, könnte sich vielleicht fürchten. Vor allem dann, wenn der Allradjeep später durch enge Sandschluchten vorsichtig hinunterklettert wie ein Pferd.

In der nachtschwarzen Wüste angekommen, heben sich die Gesichter zum Himmel. Was für ein Anblick! Am tiefschwarzen Himmel stehen Millionen von Sternen zum Greifen nahe. Der Mensch fühlt sich hier wie »Der kleine Prinz« auf seinem Asteroiden. Sternschnuppen ziehen ihre leuchtende Spur durch das schwarze Firmament. Was soll man sich in so einem Moment voller Freude noch wünschen?


Picknick in der Wüste

Ronni und sein Helfer breiten einen großen Strohteppich aus und servieren ein reichhaltiges Wüstenpicknick (es war wirklich köstlich, Ronni, auch wenn du das Brot vergessen hast!).
Seine Gäste liegen bald satt und mit einem Glas Rotwein in der Hand auf dem Rücken, weil sie sich nicht sattsehen können an dem unglaublichen Sternenhimmel. Stundenlang könnten wir so liegen und staunen. Aber die Wüste und das Tote Meer haben auch am Tag ihre Wunder zu bieten.

»Hier kriegt man keinen Sonnenbrand«, sagt Ronni, »auch wenn man stundenlang in der prallen Sonne liegt.« Er erklärt auch, warum: »Hier sind wir 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Die Luft ist oben auf Meereshöhe erfüllt von den Staubpartikeln des Landes. Die bilden eine Schicht, die die schädlichen UV-Strahlen der Sonne nicht durchläßt.«

ür Menschen mit empfindlicher Haut und vor allem mit Hauterkrankungen. Der heilende Schlamm und das Salz aus dem Toten Meer machen auch Gichtkranke wieder gesund und Gesunde schön.

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Das Tote Meer wird es bald nicht mehr geben...

Totes Meer

Erst mit Schlamm einreiben, dann in der Sonne stehen, bis alles trocken ist, und dann sind es nur ein paar Schritte hinein in das Tote Meer und drin liegen bleiben wie ein toter Fisch. Da gehst du nicht unter, weil das Wasser viel, viel Salz enthält, viel mehr, als das Wasser der Weltmeere.
Etwa zwanzig Jahre später, bei meinem letzten Besuch, sieht es aber hier völlig anders aus, schier trostlos: Du mußt nun von hier aus schon fast kilometerweit gehen, um ans Ufer des Toten Meeres zu gelangen: Das Tote Meer hat sich weit zurückgezogen, die Gäste werden deshalb mit kleinen Zügen ans Ufer transportiert.
Wegen der ungeheuren Ausbeutung (Meersalz!) durch israelische Fabriken hat sich das Tote Meer dramatisch verändert und ist um viele Quadratkilometer kleiner geworden. Wasser aus dem Jordan fließt kaum noch nach, denn es wird ja von Israel bis fast auf den letzten Tropfen als Trinkwasser abgeleitet.



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Nach soviel Schwärmerei heißt es das Nirvana verlassen. Ausflüge nach Massada und hinauf ins Land der tausend Höhlen locken. Das nahe Badeparadies Eilath am Roten Meer lassen wir links liegen. Ruth, die deutschsprechende Reiseführerin, chauffiert uns im bequemen und kühlen Kleinbus durch das Land. Ihre Erzählungen erwecken schier die Herodes-Burg Massada hoch oben auf einem Felsen zum Leben, lassen uns im Nationalpark Beth-Guvrin, im Land der tausend Höhlen, fast die Menschen erblicken, die hier gehaust, gearbeitet und gebetet haben, und führen uns kreuz und quer durch die wechselvolle Geschichte Israels.


Ein Loblied auf Jerusalem

Dann natürlich Jerusalem. Für manche ist es ein Wiedersehen, aber auch für sie gibt es immer wieder Neues zu entdecken.

Weithin strahlt der Felsendom in neuem Goldglanz. Auch »König David« im blauen Gewand ist wieder da. Er singt für ein paar Schekel ein Loblied auf Jerusalem und klimpert dazu auf seiner Leier. Muezzin und Kirchenglocken übertönen einander, während unten an der Klagemauer jüdische Kinder mit ihrem Lehrer singen. Die Vielfalt an Menschen und Religionen, hier friedlich vereint, ist immer wieder faszinierend.

Faszinierend auch, wie rund um Jerusalem neue Wälder entstehen. Jeder Urlauber kann für 10 US-Dollar dort seinen eigenen Baum pflanzen. Du mußt natürlich hin und wieder einmal zurückkehren, um nachzuschauen, wie es »deinem« Baum geht.

Ich pflanze einen Baum in Israel
Ich pflanze einen Baum in Israel in der Nähe von Jerusalem


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Im weltberühmten Hotel »King David« wird fleißig umgebaut. War ja auch schon Zeit. Nicht umgebaut wurde Gott sei Dank die ebenfalls weltberühmte und uralte Fink's Bar an der King George Avenue, in der schon alle großen Politiker und sonstige Prominente zu Gast waren und sich den kleinen Raum mit den Stammgästen teilten.

Nur Henry Kissinger war nicht da: Er wollte mit seiner gesamten Leibwache aufkreuzen. Für so viele Leute ist kein Platz und er erhielt deshalb eine Absage.


Flagge Israels
Israels Flagge


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