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...:::: MIT ZWEI ESSSTÄBCHEN DURCH TAIWAN ::::...


Das Paradies beginnt hier am Nachtmarkt von Taipeh: Schon mit den Augen kannst du dich sattsehen.
Und alles schmeckt wirklich so wunderbar gut, wie es aussieht. Wir hätten am liebsten nur gegessen...



Drei Dinge faszinieren die europäische »Langnase«, die nach achtzehn Flugstunden zum ersten Mal die Insel Taiwan betritt: die Gelassenheit, mit der die Autofahrer den chaotischen und auf wundersame Weise doch funktionierenden Verkehr meistern, das chinesische Essen, von dem hierzulande ein Gourmet nur träumen kann, und das Palastmuseum in Taipeh mit Schätzen aus 5000 Jahren chinesischer Kultur. Sie waren früher in der Verbotenen Stadt in Peking aufbewahrt worden. Nach Taiwan gebracht hat sie im Jahr 1949 der erste Taiwan-Präsident, Tschiang Kai-schek, auf seiner Flucht aus China mit seinen Truppen.

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Die Schönheit der kleinen Insel, 150 Kilometer von der Südostküste Chinas entfernt, hat der Überlieferung nach im 16. Jahrhundert die portugiesischen Seefahrer bei ihrem Anblick ausrufen lassen: Ilha formosa (schöne Insel). Als Formosa kannte man die Insel seither in Europa, die Chinesen nennen sie Taiwan, was Terrassen-Bucht bedeutet.

Zwei Drittel der Insel sind von bewaldeten Bergen bedeckt, viele über 3000, der höchste fast 4000 Meter. In den Bergdörfern leben noch etwa 300.000 Ureinwohner von den Stämmen Yami, Ami, Saisiyat, Atayal Tsuo, Bunun, Puyuma, Rukai und Paiwan.

Im Jahr 1430 von China in Besitz genommen und 1684 als Präfektur in das chinesische Kaiserreich eingegliedert, wurde Taiwan 1895 nach dem chinesisch-japanischen Krieg den Japanern als Beute überlassen und blieb 50 Jahre japanische Kolonie.

Als China 1949 kommunistisch wurde, flüchtete Tschiang Kai-schek mit zwei Millionen Anhängern nach Taiwan, wo er die Hauptstadt der Republik China (ROC) in Taipeh gründete.

Rund 20 Millionen Menschen drängen sich heute auf der 36.000 Quadratkilometer großen Insel. Österreich mit rund 84.000 Quadratkilometern wird nur von 7,5 Millionen Menschen bevölkert.
Staatspräsident von Taiwan ist Lee Teng-hui als Nachfolger von Chiang Ching-kuo, Tschiang Kai-scheks Sohn, der am 13. Jänner 1988 starb.

Im Parlament (Legislativyüan) sind zurzeit die regierende Kuomintang und die oppositionelle Demokratische Fortschrittspartei (DPP) vertreten. Erst am 15. Juli 1987 wurden Kriegsrecht und Notstandsgesetze in Taiwan abgeschafft. Seither gibt es Versammlungs- und Redefreiheit, Neugründungen von Parteien öffnen den Weg zur Mehrparteienpolitik. Taiwan ist politisch isoliert, wird aber von vielen Staaten eifrig hofiert.

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Die Insel ringt um internationale Anerkennung

Taiwan erscheint dem Europäer wie ein großer Ameisenhaufen mit einem bienenfleißigen Volk, das mit seiner Arbeit die »Republik China« in drei Jahrzehnten in ein Wirtschaftswunder führte und auf den 21. Platz der reichsten Länder der Erde gehievt hat.

Politisch ist Taiwan seit 1972, als die Volksrepublik China den Sitz Taiwans in der UNO übernahm, und vor allem seit 1978, als die USA Peking statt Taipeh offiziell anerkannten, isoliert. Nur 23 eher unbedeutende Staaten, die meisten davon in Zentral- und Südamerika und in Afrika, sowie Südkorea und Saudi-Arabien unterhalten diplomatische Beziehungen zu Taiwan.

Da also keine "politische Ehe" möglich ist, Taiwan aber als Handelspartner und billiges Erzeugerland von den Industrieländern einschließlich der USA geschätzt wird, unterhalten sie ein "inniges Pantscherl" mit Taiwan und setzen ihre Handelsvertreter als heimliche Botschafter ein. Auch China und die Sowjetunion handeln eifrig mit Taiwan über Drittländer.

Inoffizielle Kontakte Taiwans mit der Volksrepublik China ermöglichen Verwandtenbesuche in »Festlandchina«. Umgekehrt dürfen auch Festland-Chinesen schwerkranke Familienangehörige in Taiwan besuchen oder zu Begräbnissen kommen. Auch im Ausland lebende Studenten, Professoren und Künstler können nach Taiwan reisen. Die politische Isolation führte dazu, daß Taiwan von den Staaten im Westen nur über Hongkong erreicht werden konnte. Als einzige europäische Fluglinie flog die holländische KLM direkt in die Hauptstadt Taipeh.

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In Taipeh beginnt die Reise durch das »Schlaraffenland«

Taipeh mit seinen 2,6 Millionen Einwohnern scheint auf den ersten Blick im Straßenverkehr zu ersticken. Wer nicht in einem europäischen Auto sitzt, das dort den dreifachen Preis kostet, fährt mit dem Moped, das nicht nur zwei Erwachsene, sondern meist auch ein oder zwei Kinder befördert. Hast du einmal erlebt, mit welcher Geduld und Sanftmut sich die Autofahrer durch das unvorstellbare Verkehrsgewühl in den Städten bewegen, erscheint dir ein Stau auf heimischen Straßen nur noch lächerlich.

Umsomehr genießen wir auf der Fahrt im klimatisierten Auto vom Norden in den tropischen Süden in den Restaurants als Oasen der Ruhe das chinesische Essen, das den Europäer überrascht und fasziniert, weil er von den europäischen China-Restaurants etwas anderes gewöhnt ist. Meist gibt es zwölf Gänge, eine Speise schmeckt köstlicher als die andere. Die Gerichte werden mundgerecht in Schüsseln und auf Platten serviert, man nimmt und ißt davon mit Stäbchen.

Die chinesische Kochkunst in Taiwan kann sich mit der Haute cuisine Frankreichs messen: die Kanton-Küche mit ihren vielen Pasteten, die Peking-Küche mit der berühmten Peking-Ente, die Shanghai-Küche mit den süßen Soßen, die scharfe Setschuan-Küche oder die würzige Hunan-Küche, aber auch die Taiwan-Küche mit den Meeresfrüchten.

Die Verzückung über das Essen setzt sich beim Schauen fort: Eine Augenweide ist das Nationale Palastmuseum in Taipeh mit Schätzen aus 5000 Jahren chinesischer Kultur, die weltweit größte Sammlung uralter und unschätzbar wertvoller chinesischer Gemälde und Kunstwerke aus Jade und Elfenbein, Porzellan und Bronze. Am liebsten würdest du dort ein Zelt aufschlagen und campieren, um alles anschauen zu können.

Zum Schauen gibt es aber auch noch die vielen alten Tempel, in denen Räucherstäbchen einen betäubenden Duft verströmen, die Landschaft in den Bergen, die an unser Salzkammergut erinnern, und die tropische Farbenpracht im Süden.

Natürlich dürfen der Besuch einer spektakuläen Peking-Oper nicht fehlen und nachher der Nachtmarkt in Taipeh mit Bergen von Meerestieren und Gewürzen und seinen vielerlei Gerüchen.


»Mein Haus« in Taiwan: Sehr klein und sehr chinesisch


Flagge Israels
Taiwans Flagge


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