Titel


...:::: FREEDOM FOR SYRIA ::::...

Flag of Free Syria
Flag of Free Syria

Die nachfolgende Reportage schrieb ich vor etwa zwanzig Jahren

...:::: DAS ANTIKE SYRIEN ENTDECKT SEINE ZUKUNFT ::::...

Staunend begibt sich der Europäer auf eine Zeitreise in die Vergangenheit

alter Handwerker in Damaskus

Der Legende nach ist die syrische Hauptstadt Damaskus die älteste
Stadt der Welt. In den Souks blüht noch heute das uralte Handwerk



Schon wenige Kilometer außerhalb von Damaskus beginnt die Wüstenlandschaft. Sie erstreckt sich mehrere hundert Kilometer bis hinüber zum Euphrat. »Aber im Frühjahr ist es hier grün wie in Schottland«, sagt Mahmud, der uns eine Woche lang durch Syrien begleitet.

Mahmud ist ein großgewachsener, europäisch wirkender junger Mann, gebildet und freundlich. Seinem Stolz nach ist er Syrer wie sein Vater, seiner Gründlichkeit nach Deutscher wie seine aus Ostdeutschland stammende Mutter.

nach oben


Wo sich Saulus zum Paulus bekehrte

Die herrliche Omajadenmoschee besuche ich dort ebenso wie die kleine unterirdische St.-Ananias-Kirche, wo sich Saulus zum Paulus wandelte.

150 Kilometer nördlich von Damaskus liegt die Industriestadt Homs. Im Vorbeifahren wird der sonst ernsthafte Mahmud auf einmal witzig: Er erzählt zum allgemeinen Erstaunen der kleinen österreichischen Reisegruppe an Bord des Busses mehrere absurde Homser-Witze, die man hierzulande auch als Mühlviertel- oder Burgenland-Witze kennt oder in Deutschland als Ostfriesen-Witze.

Das Lachen ist aber einigen schon seit Tagen vergangen: Denn »Montezumas Rache« hat sie hier im weit entfernten Syrien erreicht, obwohl sie sich an die eindringliche Warnung gehalten haben, nichts Grünes und kein ungeschältes Obst zu essen, das in unseren zivilisierten Eingeweiden eine Bazillenschlacht auslösen könnte. In den Hotels sind aber Ärzte mit Medikamenten auf die Krankheit vorbereitet und helfen rasch.


Da kommen uns fast die Tränen

Den Einheimischen dagegen passiert nichts, wenn sie all das essen, worauf wir verzichten müssen. An diesem Abend kommen uns in einem fürstlichen Garten fast die Tränen: Denn während unsere Gastgeber genußvoll Salat und die mit viel grüner Petersilie bestreuten Mezzes, Pasten und Breie aus zarten Salat- und Kohlblättern oder gedämpften Zwiebeln mit Salaten, wie Tabboule, Babaganusch oder Bassalia, genüsslich verzehren, bleibt das alles für uns nur Augenweide. So knabbern wir halt an würzigem, arabischem Fladenbrot, das wir in Hummus eintauchen, einen Erbsenbrei mit dickflüssiger Sesampaste, gewürzt mit Knoblauch, Salz und Zitrone. Ach, wir armen, empfindlichen Europäer!

Nur als Duft gönnen wir uns auch Scha'urma, dünne Scheiben von Hammelfleisch, vor einem Holzkohlengrill aufgespießt und knusprig gebraten, dann fein heruntergeschnitten und mit Salat in Fladenbrot eingelegt. Wir fühlen uns beinahe wie einst Till Eulenspiegel, der sein Brot an einen Stock steckte, um über bratendem Fleisch wenigstens den Duft einziehen zu lassen.

Bauchweh und Kreislaufbeschwerden haben auch mich erwischt, aber sie sind nichts gegen das überwältigende Gefühl, nach mehr als dreistündiger Busfahrt gegen Osten meinen Fuß sozusagen auf den Nabel der Welt zu setzen.

top


Ruinen in Palmyra

Unglaublich schöne und gute erhaltene Ruinen in der Oase Palmyra zeugen von einer einst großen und reichen Stadt inmitten einer weiten, ungastlichen Wüstenlandschaft


In Palmyra, einer Oase auf halbem Weg zwischen der Hauptstadt Damaskus und dem Euphrat, steht der kultivierte Europäer wie ein staunender Taferlklassler vor den antiken Zeugnissen zweitausendjähriger Kultur. Noch 1500 Jahre älter ist die Keilschrift, das erste Alphabet der Welt, dessen sich schon Palmyrener im alten »Tadmor« - wie die Araber noch heute Palmyra nennen - bedienten, als unsere Vorfahren noch etwa fünfzig Generationen lang auf ihr lateinisches ABC warten mußten.

Bei fast 40 Grad Hitze, in der staubtrockenen Luft aber kaum als unangenehm wahrnehmbar, wandern wir stundenlang und staunend durch die gewaltigen Ruinen des Baal Heiligtums aus dem 1. Jahrhundert, durch die eindrucksvolle antike Stadt, die sich mit ihren Straßen, Säulen und monumentalen Bögen über mehr als zehn Quadratkilometer erstreckt, und durch die sonderbaren palmyrenischen Grabtürme und Tempelgräber.

zum BAAL HEILIGTUM  zum Baal-Heiligtum


nach oben - to the top



Eine Quelle, die seit Jahrtausenden sprudelt

Einer Quelle, die inmitten der Wüste seit Jahrtausenden sprudelt, verdankten die Oase und Palmyra ihr Entstehen und ihre Blüte, die dann in der osmanischen Zeit erlosch. Das klare, blauschimmernde warme Wasser ist leicht schwefelhaltig und radioaktiv, was den Palmen und Olivenbäumen der Oase aber nicht schadet.

Es besitzt auch eine heilende Wirkung und vermittelt dem Badegast ein unvergleichliches Gefühl des Wohlbefindens. Das erfuhr - wenn auch unfreiwillig - eine Mitreisende, als sie in der dunklen Grotte eine Stufe verfehlte und vollbekleidet ins Wasser fiel.



Palmyra ist ein Paradies
Palmyra ist ein kleines Paradies mitten in der Wüste

top


Mustafa Abu Abdu und der Säulenheilige


Von einem nordsyrischen Hirten namens Simeon, einem originellen Einsiedler, der später von der katholischen Kirche heiliggesprochen wurde, erzählt man sich, daß er nach einem Traum zum Mönch geworden war und bis zum Tod im Jahre 459 betend und predigend auf einer zehn Meter hohen und von ihm selbst errichteten Säule verbracht hat.

Von der Säule existiert heute nur noch ein Stumpf, weil Gläubige nach Simeons Tod auf den Berg pilgerten und alle als Souvenir ein Stück aus der Säule herausklopften. Rund um diese Säule wurde kurz nach dem Tod des Säulenheiligen die wohl schönste Kirche des Morgenlandes erbaut.


Die Säule des Soimeon
Von der Säule des Heiligen blieb nur noch ein großer Stein übrig

nach oben - to the top

Aber rund um diese Säule wurde kurz nach dem Tod des Säulenheiligen die wohl schönste Kirche des Morgenlandes errichtet, deren Ruinen auch heute noch auf den Besucher eine wunderbare, friedvolle Ruhe ausstrahlen.

Das Simeonskloster liegt im Norden Syriens, 60 Kilometer westlich von Aleppo, der geschäftigen, zweitgrößten Stadt mit seiner Zitadelle, seinen überdachten Souks und schönen Moscheen.


Der Fremdenführer
»Inspecteur de Simeon«: Fremdenführer Mustafa Abu Abdu


Fast genauso lang wie einst der heilige Simeon »predigt« heute im Simeonskloster zwischen den Mauern der vier Basiliken als Fremdenführer Mustafa Abu Abdu, der sich stolz »Inspecteur de Simeon« nennt, zu seinen Pilgern, den Touristen. Er gibt ihnen das Gefühl, als hätte er den heiligen Simeon noch selbst gekannt.

Stolz zeigt er auch auf die vielen Bäume, die er im Laufe der dreißig Jahre rund um das Simeonskloster gepflanzt hat: Zypressen, Pinien, Akazien, Eukalyptus und Granatapfelbäume.

nach oben - to the top

Die Zukunft des Landes ruht auf antiken Säulen

Auf der Fahrt von Aleppo in den Süden, vorbei an der Stadt Idlib, kommen wir in eine fruchtbare Gegend, in der das meiste und schönste Obst wächst, mit dem der syrische, aber auch der saudiarabische Markt beliefert wird.

Dort liegt Tell Mardikh, das alte Ebla, einst die bedeutendste Stadt zwischen Mittelmeer und Euphrat, die um 1600 v. Chr. zerstört und erst vor 25 Jahren von Archäologen wiederentdeckt wurde.

Von der 60 Hektar großen Stadt hat man noch wenig freigelegt. Aber auch wenn die Syrer aus finanziellen Gründen die Ausgrabungen nicht forcieren, wissen sie schon, daß die Funde nicht nur ein kultureller Schatz sind, sondern eine Goldader:

Die antiken Tempel, Paläste, Häuser und Stadtmauern sowie die antiken Funde in den Museen werden in Zukunft mehr Touristen nach Syrien locken.

Auch im südlichen Bosra, einer einst blühenden Zwischenstation auf der Straße nach Mekka, mit einem der schönsten römischen Amphitheater der Welt, liegt noch viel Antikes unter der Erde.

 

Flag of Free Syria
Flagge der Republik Syrien
und der Freien Syrischen Armee FSA

Watch live streaming video from syrianfreedom at livestream.com



 top


back homeNewsSitemapMond Award


dotti Mondfrau dotti Impressum dotti Kontakt dotti

MONDFRAU 2006 -