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...:::: ISRAEL EINMAL GANZ KULINARISCH ::::...

Ein Lob auf koschere Gaumenfreuden im Gelobten Land

Gleich vorweg: Keine Angst vor koscherem Essen. Auch wenn dem Österreicher in Israel beim Frühstück etwa die Wurst für die Buttersemmel fehlt oder ihm die Eierspeise ohne Schinken serviert wird, braucht er nicht zu fürchten, während seiner Israel-Reise auf herzhafte fleischige Schmankerl verzichten zu müssen. Koscher heißt ja nichts anderes, als peinlich genaue Trennung von Milch- und Fleischspeisen.

Aber ganz so koscher geht es nicht überall in Israel her. Das Heilige Land ist ja nicht nur von den alteingesessenen Juden und Arabern besiedelt, es ist auch Einwanderungsland, das Menschen aus der ganzen Welt mit ihrer eigenen mitgebrachten Kultur prägen und bereichern. Und man staune: Weil darunter auch Leute wie wir sind, die ab und zu gerne das bei strenggläubigen Juden und Moslems gleichermaßen verpönte Schweinefleisch essen, gibt es im Landesinneren nördlich von Tel Aviv sogar eine Fleischfabrik, die Schweinefleisch zu Steaks und Wurst verarbeitet. Aufgepäppelt wird das Borstenvieh von christlichen Arabern, die dort in der Gegend leben.

In Tel Aviv beginnt die Reise ins Landesinnere. Zuvor sollte man sich im grandiosen Diaspora-Museum über das jüdische Volk, das in aller Welt verstreut lebte und lebt, informieren. Denn auf diese Weise erhält man eine geistige Brücke zum Holocaust-Memorial in Jerusalem. Aber davon später.

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Auf dem Weg zu den heiligsten Stätten der Christen in Israel, über Nazareth zum See Genezareth, zum Berg der Seligpreisung und zum Jordanfluß im Norden bis zu seinen Quellen wirkt sich bei der Einkehr in Restaurants unterwegs die Vielfalt der israelischen Bevölkerung natürlich auch auf der Speisekarte aus.

In Nazareth, wo Jesus seine Kindheit verbracht hat, und wo die Verkündigungskirche steht, steuert unser Reisebegleiter Uri ein arabisches Lokal an, das Fahoum Restaurant. Ein gemütliches Beisl würde man bei uns sagen. Der Wirt spricht arabisch und israelisch, aber auch fremdsprachige Gäste werden bei ihm nicht verhungern. Er tischt jedenfalls für unsere kleine Reisegesellschaft so viele Köstlichkeiten aus seiner Küche auf, als hätten wir den Weg von Tel Aviv nach Nazareth zu Fuß gemacht und nicht in einem angenehm klimatisierten Kleinbus: Exotisch gewürzte Vorspeisen aus Gemüse und Getreide, Fladenbrot, Fleischspieße, köstliche Soßen und einen Berg süßer Nachspeisen.

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Chinesisch und koscher am See Genezareth

Draußen ist es sommerlich heiß, für uns kaum vorstellbar, daß wir im Koffer Pullover und Winterjacken - wegen des naßkalten Spätherbstes zu Hause - mitführen.
Es gibt viel zu staunen unterwegs, etwa in Zippori, wo Ausgrabungen herrliche Mosaike zutage brachten. Die nächste kulinarische Überraschung erwartet uns aber schon in Tiberias am See Genezareth, auf dem Jesus seinerzeit auf dem Wasser wandelte.

Und ausgerechnet am See Genezareth gehen wir chinesisch essen. Seltsam, denkt da der Uneingeweihte. Doch da folgt die große Überraschung: Im Pagoda Restaurant wird koscher chinesisch gekocht. Auch das gibt es also.
Auf der Restaurant-Terrasse, mit dem Vollmond über uns und dem plätschernden See zu Füßen, lassen wir uns Fleischgerichte mit Gemüse und Reis schmecken, dazu den herrlichen Wein aus der Gegend.

Das erwartete Fischessen holen wir zwei Tage später nach, drüben am anderen Ufer des See Genezareth, unterhalb der Golanhöhen, im En Gev Fischrestaurant, wo die berühmten Petrusfische serviert werden.

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Wo jüdische Pioniere die Sümpfe trocken legten

Rund um den See und in den Hügeln Galiäas reiht sich eine heilige Stätte an die andere: Tabgha, wo vor 2000 Jahren Jesus Brot und Fisch vermehrt hat, oder Kapernaum, wo er zum ersten Mal gepredigt hat.

Die erste Begegnung mit jüdischen Pionieren in einem einst sumpfigen Gebiet von Galiäa haben wir in Yesud-ha Ma'ale an der libanesischen Grenze und am Fuß des Golan. Zur Jahrhundertwende legten dort die ersten jüdischen Siedler unter unermeßlichen Strapazen die Sümpfe trocken. Heute reiht sich Kibbuz an Kibbuz, wo auch Gäste beherbergt werden.
Kein Wunder, daß die Syrer von den Golanhöhen voller Neid auf die Felder und blühenden Gärten heruntergeschaut und auch heruntergeschossen haben, bis sie von den Israelis auf die andere Seite des Golan zurückgetrieben wurden.

In Yesud-ha Ma'ale muß man unbedingt einkehren in das Beth Dobrovin. Das heutige Restaurant war einst ein Hof jüdischer Pioniere und gilt unter Einheimischen und Reisenden als Geheimtip.

Der nördlichste Punkt unserer Reise führt in ein Paradies dicht an der nördlichsten Grenze Israels: in das Naturreservat Tel Dan und zu den Quellen des Jordanflusses, wo wohl jeder seine strapazierten Füße in das eiskalte Wasser taucht.

Wie groß ist einen Tag später der Gegensatz: Wüstenlandschaft links und rechts der Straße durch das Jordantal in den Süden, durch das autonome Jericho nach Jerusalem. Nur dicht an den Ufern des Jordan grünt es.

Jerusalem, die schönste Stadt der Welt, wie manche sagen, verdient ein eigenes Kapitel.
Aber selbst ein kurzer Aufenthalt muß Zeit lassen für einen Besuch des Holocaust Memorial Yad Vashem, das der 6 Millionen getöteten Juden gedenkt, darunter 1,5 Millionen jüdischer Kinder.
Es erinnert aber auch an die unzähligen Menschen, die damals Juden gerettet haben.

Yad Vashem
Das neue Museum im Holocaust Memorial Yad Vashem in Jerusalem

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Loorbeerbekränzte Jünglinge tischen auf

Die kulinarische Reise führt schließlich in das byzantinische Jerusalem, wo im Cardo Culinaria Restaurant nach alter römischer Sitte von lorbeerbekränzten Jünglingen aufgetischt wird, dass sich die Tische biegen. Alles koscher, versteht sich.

Die Nacht in Jerusalem darf aber nicht zu Ende gehen, ehe man in Fink's Bar von Moulli Azrielli, einem weltberühmten Beisl in der King George Avenue, eingekehrt ist. Unser früherer Kanzler »Vranz« und mehrere österreichische Minister haben sich dort - wie man hört - auch recht gut unterhalten.

Jerusalem mit Felsendom
Hoch zu Kamel: Hinter mir Jerusalem mit dem Felsendom


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