Titel



...:::: WENN IHR WOLLT IST ES KEIN MÄRCHEN ::::...

Der Traum vom Frieden in Israel und Palästina
(Ari Rath 1925 - 2017)


JERUSALEM. Der Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien, der am 26. Oktober 1994 unterzeichnet wurde, bewegt vor allem die Menschen in Israel. Ich führte 1994 in Jerusalem ein Gespräch mit Ari Rath in Jerusalemdem Publizisten und früheren Chefredakteur der »Jerusalem Post«, Ari Rath. Er stammt aus Wien, mußte aber Österreich als dreizehnjähriger Bub mit seiner Familie verlassen.

Ari Rath: »Was jetzt passiert, ist die Erfüllung eines großen Traums. Ich war nicht sicher, ob ich das noch erleben werde. Alle waren gestern bei der Zeremonie nördlich von Eilath, eine gemeinsame Einladung von König Hussein und Israels Ministerpräsident Rabin. Das ist alles natürlich sehr schön. Der wahre Ehrengast dort hätte aber Yassir Arafat sein müssen. Denn ohne die gegenseitige Anerkennung und Versöhnung zwischen Israel und der PLO hätten auch Jordanien und Israel diesen Schritt nie unternehmen können. Das darf und soll man nicht vergessen. Arafat wurde aber zur Unterzeichnung des Friedensvertrages nicht eingeladen, weil der Chef der oppositionellen Likud und einer der härtesten Gegner der Regierungspolitik, Sharon, der oft als General gegen die Jordanier gekämpft hat, ohne Arafat dabeisein wollte.«

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Man kann Israel nicht »ins Meer werfen«

»Theodor Herzl, vor 100 Jahren Gründer des politischen Zionismus, der den Antisemitismus akut erlebt hat, war klar, daß dieser nur vermieden werden kann, wenn das jüdische Volk eine Heimat bekommt. Auf dem ersten zionistischen Kongreß in Basel 1897 wurde der bekannte Spruch geprägt: 'Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen.'

50 Jahre später, 1947, kam der UNO-Beschluß, die jüdische Heimat Palästina und den arabischen Staat zu teilen. Die Araber haben das abgelehnt. Es brauchte dann fünf große Kriege, bis 100 Jahre nach Gründung der jüdisch-nationalen Bewegung die arabische Welt eingesehen hat, dass man auch Israel, den jüdischen Staat, in ihrer Mitte aufnehmen kann. Das ist nicht aus plötzlicher Liebe für Israel und das jüdische Volk entstanden, sondern aus der Tatsache heraus, daß den Arabern klar wurde, dass man Israel nicht 'ins Meer werfen' kann.

Das ist auch ein Triumph der jüdischen Nationalbewegung, die sich mit der palästinensischen Nationalbewegung zu versöhnen beginnt. Deswegen ist die jetzige Entwicklung für mich und viele Menschen ein ganz großes Ereignis - trotz aller Opfer.

Ich will das nicht mit dem Hamas-Terror vergleichen, aber im Februar, als ein fanatischer jüdischer Siedler bei einem Massaker an einer heiligen islamischen Gebetsstätte 30 betende Palästinenser erschossen hat, das war auch furchtbar.

Aber der Friedensprozeß ging und geht weiter.«

Nachtrag:
Der Traum vom Frieden in Israel und Palästina
hat sich für Ari Rath nicht erfüllt. Er starb am
13. Jänner 2017 mit 92 Jahren in Wien.


ISRAEL EINMAL GANZ KULINARISCH  Link      


Flagge Israel  Flagge Palästina
Die Flaggen Israels und Palästinas
(das sieht fast wie eine Provokation aus,
diese beiden Flaggen so Seite an Seite)


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