Titel

 

...:::: Historisches: Der berühmte Tanz auf der Linzer Nibelungenbrücke ::::...

»WIR HABEN DIE LÄNGSTE BRÜCKE DER WELT«

Landeshauptmann Heinrich Gleissner tanzt mit Elmire Koref auf der Nibelungenbrücke einen Walzer
Landeshauptmann Gleissner und die Bürgermeistersgattin Koref drehen mitten auf der Brücke einen Walzer

Am 8. Juni 1953 kommt es zu einem spontanten Freudenfest auf der Nibelungenbrücke in Linz, weil die Brückenkontrollen von den Russen ohne Vorankündigung von heute auf Morgen aufgehoben wurden. »Kontrolle an der Demarkationslinie aufgehoben« und »Oberösterreich ist wieder ungeteilt« berichten die »Oberösterreichische Nachrichten« am 10. Juni 1953. Illustriert ist der Beitrag mit dem berühmt gewordenen Walzertänzchen von Landeshauptmann Heinrich Gleißner mit der Linzer Bürgermeistersgattin Elmire Koref auf der Linzer Nibelungenbrücke. Und links stehe ich und schau amüsiert zu. Noch erfasse ich ja nicht die ganze Bedeutung dieses Tages. Die Donau in Linz war seit dem 8. August 1945 eine von beiden Seiten strengbewachte Grenze zwischen der russischen und amerikanischen Besatzungsmacht.
Landeshauptmann Heinrich Gleißner bezeichnete die Linzer Nibelungenbrücke einmal so:

»Wir haben die längste Brücke der Welt -
sie beginnt in Washington und endet in Sibirien!«

8. Juni 1953: Linz ist endlich wieder ungeteilt

Auf dem historischen Foto oben schau ich als 14-jährige Schülerin dem Walzertanz zu

Jenny mit 14
Ich komme gerade aus der Schule und sehe, dass auf der Nibelungenbrücke "etwas los" ist. Die Leute lachen und weinen, Musik spielt, vor Freude fährt ein Motorradfahrer dauernd über die Brücke hinüber und herüber. Es ist ein unglaublicher Freudentag für alle: Endlich gibt es keine Brückenkontrollen mehr! Bisher mußte jeder ab 14 Jahren einen Identitätsausweis haben zum Passieren der Brücke zwischen dem von den Russen besetzen nördlichen und dem von den Amerikanern besetzten südlichen Linz.
Und da steh ich also mitten auf der Brücke und schau dem Walzertanz von Landeshauptmann Dr. Heinrich Gleißner mit Elmire Koref, der Gattin des Linzer Bürgermeisters, auf der Nibelungenbrücke zu.



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Russische und amerikanische Ausweis-Kontrolle auf der Nibelungenbrücke in Linz

Oberösterreich war von der Demarkationslinie besonders betroffen. Das Territorium wurde auf zwei Besatzungsmächte aufgeteilt: auf die UdSSR im Norden (Mühlviertel) und auf die USA (südlich der Donau). Damit war Linz, die Landeshauptstadt, an der Donau praktisch auseinandergeschnitten worden. Ohne Ausweis konnte niemand mehr die Brücke passieren.

Die peinlich genaue Kontrolle bei den Russen (Bild links) am nördlichen Brückenkopf sowie wie bei Amerikanern am südlichen Brückenkopf (Bild rechts) galt dem Identitäts-Ausweis: Das war das wichtigste Personaldokument der Nachkriegszeit.

Russische und amerikanische Ausweiskontrolle auf der Linzer Nibelungenbrücke

Bei den Checkpoints mußten die Straßenbahnen stehenbleiben und alle Passagiere aussteigen, durch die Kontrolle gehen und ihren Identitätsausweis vorzeigen. Das gleiche passierte noch einmal am anderen Ende der Brücke bei den Amerikanern. Die hörten aber 1953 einige Monate vor den Russen mit den Kontrollen auf.

15. Mai 1955: »Österreich ist frei!«

Der Staatsvertrag vom 15. Mai 1955 in einem Film der »AUSTRIA Wochenschau«




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