Titel


...:::: DIE ENTDECKUNG DER LANGSAMKEIT ::::...

Frankreich-Urlaub auf dem Hausboot

Die Zeit verlangsamt sich auf wundersame Weise, sobald sich das Hausboot auf dem träge fließenden Kanal in Südwestfrankreich leise tuckernd in Bewegung gesetzt hat. Vorbei die Hektik des Einschiffens und die leichte Nervosität, die jeden frischgebackenen Kapitän am Ruder der weißen Penichette überkommt. Jetzt kann die Entdeckung der Langsamkeit beginnen. Der deutsche Romanautor Sten Nadolny möge verzeihen, daß ich diesen seinen Romantitel verwende, weil mir beim gemütlichen Dahingleiten auf dem Wasser, vorbei an Bäumen, Wiesen, alten Häusern und verfallenen Burgen, sein Roman »Die Entdeckung der Langsamkeit« und sein Held John Franklin in den Sinn kommen. Wie dieser fühlt sich bald jeder auf dem Hausboot entrückt von der hektischen Welt und hat nur einen Wunsch: Diese Reise zu Wasser sollte lange nicht zu Ende gehen.

Der Start mit dem Hausboot beginnt in dem kleinen alten Städtchen Agen, das zwischen Bordeaux und Toulouse in Aquitanien liegt und auch mit dem Zug erreichbar ist.

In Agen schaukelt auf dem Wasser des Garonne-Kanals bei einer Basis von »Locaboat Plaisance« eine Flotte von Penichette-Hausbooten in allen Größen, für zwei bis zwölf Personen. Ein größeres Boot zu nehmen, ist immer empfehlenswert: So ist eines mit sieben Betten für vier bis fünf Personen wirklich gemütlich.

Vor der Abfahrt bedarf es nur einer kurzen Einschulung. Die künftigen Kapitäne brauchen keinen Bootsführerschein, denn Handhabung und Steuern des Hausbootes sind kinderleicht, ebenso das Passieren der Schleusen. Unterwegs leiten Hinweisschilder mit leicht erkennbaren Symbolen immer auf die richtige Route.

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Der schönste Platz
auf dem Boot ist oben


Die Reise beginnt auf dem Seitenkanal der Garonne und führt durch ein Gebiet, das für historisch Interessierte ebenso von Bedeutung ist, wie für Gourmets und Liebhaber eines edlen Weins oder des berühmten Armagnacs aus dieser Gegend. Ein Besuch bei einem Weinbauern oder einem Armagnac-Brenner lohnt sich. Wer schon am Nachmittag am herrlich duftenden Armagnac süffelt, der ist froh, bald wieder an Bord zu sein.

Während die Penichette auf dem Kanal oder auf dem kleinen, lieblichen Flüßchen Baise dahintuckert, ist der schönste Platz auf dem Boot das Deck, auf dem ich liegend Platanen und Eschen vorbeiziehen sehe, dann und wann ein kleines Dorf, eine alte Burg oder einen Bauernhof. Zwischendurch passieren wir Schleusen, die manchmal von Wärtern betrieben, manchmal einfach mit einer Plastikkarte von uns selbst geöffnet und geschlossen werden. Angelegt wird nach Lust und Laune und die Gegend erkundet. Vielleicht mit Fahrrädern, die zu mieten sind und an Bord mitgenommen werden können.
Die mittelalterlichen Orte Vianne, Lavardac, Nerac und Moncrabeau liegen direkt am Fluß und sind gemütlich zu Fuß zu erkunden.

Am Morgen geht einer von uns ofenfrisches Brot, Croissants und Milch für das Frühstück kaufen, das wird an Bord oder unter Bäumen an Land einnehmen. Zu mittag oder am Abend läßt sich schnell ein gutes Restaurant auskundschaften, falls nicht an Bord gekocht wird. Ein Hausboot-Urlaub ist fast das ganze Jahr über - auch im Winter - möglich. Denn das Klima ist milde. Die Landschaft »Entre deux mers«, zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer, wird manchmal auch liebevoll »französische Toscana« genannt.


Penichette


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