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DER ABSTURZ DER LAUDA-BOEING IN THAILAND MIT 223 TOTEN AM 26. MAI 1991

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Heute, am 26. Mai 2016,
treffen sich Angehörige und Freunde
zum 25. Jahrestag des Absturzes
in Salzburg.


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Das erste Treffen von Hinterbliebenen am 20. Jahrestag
Eine sehr zu Herzen gehende Begegnung


Zum 20. Jahrestag des Absturzes, am 26. Mai 2011, initiierte Regina Thurner, die Witwe des Kopiloten, gemeinsam mit Jenny Maaß, der Autorin dieser Webseite, in Wien ein erstes Treffen von Hinterbliebenen, einen ganz privaten Gedenktag ohne öffentliche Ansprachen etc. Bisher hatte es ja in Österreich so etwas noch nicht gegeben, außer an der Uni Innsbruck, die den Tod von Professoren und zahlreichen Studenten zu beklagen hat .

Es wurde ein sehr zu Herzen gehendes Treffen. Etwa vierzig Frauen und Männer, von denen einige noch Kinder waren, als sich das Unglück ereignet hatte, kamen zu diesem Gedenktag. Regina Thurner sprach einleitende Worte, selber tief bewegt, und trug ein Gedicht von Hermann Hesse vor, das ihren Wunsch nach einem Ende der schmerzlichen Trauer und einem Neubeginn des Lebens ausdrückt:

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Wie jede Blüte welkt
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden:
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse)

 


Tränen flossen, als sich dann die Teilnehmer einzeln vorstellten, gestaltet nach einer Idee von Jenny Maaß. Nach und nach stand jede(r) auf, sagte ihren (seinen) Namen und wen sie (er) bei diesem Absturz verloren hat:

Ich heiße Philipp S., ich habe meine Eltern verloren.
Ich heiße Sebastian R. , ich habe meinen Bruder verloren.
Ich heiße Evi W., ich habe meine Eltern verloren.
Ich heiße Margarethe W., ich habe meinen Ehemann verloren.
Ich heiße Philipp L., ich habe meinen Vater verloren.
Ich heißte Elisabeth R., ich habe meine Mutter verloren.
Ich heiße Peter B., ich habe einen Freund verloren.
Ich heiße Hilde R., ich habe meinen Sohn verloren.
Ich heiße Andrea A., ich habe meinen Vater verloren.
Ich heiße Anderea H., ich habe meine Eltern verloren.
Ich heiße Elisabeth M., ich habe meinen Bruder verloren.
Ich heiße Brigitte, ich habe meinen Verlobten verloren.
Ich heiße Evamaria, ich habe meinen Vater verloren.
Ich heiße Christine S., ich habe meine Schwester verloren.
Ich heiße Lieselotte Z., ich habe meinen Vater verloren.
Ich heiße Alexander W., ich habe meinen Vater verloren.
Ich heiße Hermelinde L., ich habe meinen Ehemann verloren.
Ich heiße Thomas W., ich habe meinen Bruder und meine künftige Schwägerin verloren.
Ich heiße Sebastian R., ich habe meinen Sohn verloren.
Ich heiße Manuela T., ich habe meinen Vater verloren.
Ich heiße Renate W., ich habe meinen Ehemann verloren.
Ich heiße Helga D., ich habe meine Freundin verloren.
Ich heiße Karin T., ich habe meinen Vater verloren.
Ich heiße Regina T., ich habe meinen Ehemann verloren.
Ich heiße Gertrude S., ich habe meine Schwester verloren.
Ich heiße Rosa U., ich habe Freunde verloren.
Ich heiße Priska W., ich habe meinen Schwager und meine Schwägerin verloren.
Ich heiße Karin T., ich habe meinen Vater verloren.
...


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Eine große Familie entsteht

Erst war es noch bedrückend still, dann umarmten einander alle, und auf einmal spürten sie, daß sie nicht mehr alleine sind mit ihrem Verlust, ihrer Trauer, ihrem Schmerz.

Es entstand nach und nach eine gelöste Atmosphäre, es wurde rege miteinander gesprochen, es wurden Fotos angeschaut und dann - wurde auch herzlich gelacht. Was für ein schöner Moment!


Was die meisten 20 Jahre lang gefühlt hatten, alleingelassen zu sein mit ihrer Trauer, löste sich auf einmal auf. Die Tränen versiegten, das Gefühl, miteinander nun eine große Familie zu sein, war mehr als ein Trost.

Und bevor sie sich am Abend trennten, wünschten sich alle eine baldige Wiederholung dieses Treffens und ein Wiedersehen.
"Ich habe mich sehr über das Treffen gefreut, es hat mir die damalige Situation besser verständlich gemacht und es war auch gut, mit anderen Menschen zusammen zu kommen, die diese Gefühle teilen. Vielen Dank!" sagte Andrea A.


Voice Recorder VCR: Die dramatischen letzten 10 Minuten im Cockpit   nachrechts.gif


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